Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus

Wann

Fr, 29.11.2019, 20:00 Uhr


Ort

Tischlerei Melk Kulturwerkstatt
Abt Karl-Straße 27 A
3390 MELK
Österreich
zum Routenplaner


Kategoriegruppe

Kultur

Sechs Wochen verbrachte Christine Lavant als Zwanzigjährige in der Landeskrankenanstalt Klagenfurt, nachdem sie einen Suizidversuch mit Medikamenten unternommen hatte. Elf Jahre später, im Herbst 1946 schrieb sie über ihre Erlebnisse mit Patientinnen, Pflegerinnen und Ärzten in der Institution Psychiatrie. Vor allem aber über ihre Selbstwahrnehmungen, die Zustände des eigenen Bewusstseins und Unterbewusstseins in dieser existenziellen Situation. Überscharf und mit höchster Intensität setzt die Autorin konkrete Situationen ins Bild, den Klinikalltag, die Behandlungen, die implizite Gewalt und die Strategien des Überlebens; alles ist dabei durchdrungen von apokalyptischen Phantasien.

Gerti Drassl gestaltet diesen inneren Monolog mit Empathie und Präzision. Glasklar und eindringlich macht sie selbst die leisesten Zwischentöne hörbar. Die abstrakten Klänge von Brot & Sterne erzeugen eine akustische Kulisse, die den Text einbetten.

Das Ergebnis ist eine Wort & Musik-Erzählung von großer Intensität.

Gerti Drassl I Stimme
Franz Hautzinger I Trompete, Elektronik
Matthias Loibner I Drehleier, Elektronik
Peter Rosmanith I Perkussion, Hang