Belshazzar - Theater an der Wien

Wann

Mo, 20.02.2023 - Do, 02.03.2023


Ort

MuseumsQuartier Wien - Halle E
Museumsplatz 1
1070 WIEN
Österreich
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Alle Veranstaltungstermine

Mo20.02.202319:00 UhrBelshazzar
Mi22.02.202319:00 UhrBelshazzar
Fr24.02.202319:00 UhrBelshazzar
So26.02.202319:00 UhrBelshazzar
Di28.02.202319:00 UhrBelshazzar
Do02.03.202319:00 UhrBelshazzar

ORATORIUM IN DREI TEILEN
Libretto von Charles Jennens


Was ist rechtmäßige Herrschaft? Wie weit darf ein politisches Oberhaupt eigene Interessen in den Mittelpunkt des Staatsgeschäftes stellen? Können Gläubige unterschiedlicher Religionen jemals zu einem friedvollen Miteinander finden? Händels OratoriumBelshazzar von 1745 stellt nach wie vor weltbewegende Fragen. Mitte des 18. Jahrhunderts durften in England keine biblischen Stoffe szenisch dargestellt werden. Doch spätestens wenn während eines rauschenden Festes der mysteriöse Schriftzug „Mene, mene, tekel“ an der Palastwand erscheint, den einzig der Prophet Daniel zu deuten weiß, verbinden sich in Händels Oratorium Theologie und packende Dramatik zu einer musiktheatralischen Einheit. Die französische Regisseurin Marie-Eve Signeyrole inszeniert den Fall Babylons unter seinem berüchtigten Herrscher Belshazzar. Hierfür stellt der Arnold Schoenberg Chor gleich drei verfeindete Völker aus dem Nahen Osten dar, musikalisch getragen von Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata.

In englischer Sprache mit Übertiteln
Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor Aufführungsbeginn


Besetzung:
Musikalische Leitung: Christina Pluhar
Inszenierung: Marie-Eve Signeyrole
Bühne: Fabien Teigné
Kostüm: Yashi
Licht: Sascha Zauner
Dramaturgie: Leyli Daryoush
Belshazzar: Robert Murray
Nitocris: Jeanine De Bique
Cyrus: Vivica Genaux
Gobrias: Michael Nagl
Daniel: Eva Zaïcik
L'Arpeggiata: Arnold Schoenberg Chor (Leitung: Erwin Ortner)

Handlung:

1. Akt Nitocris, die Mutter des babylonischen Königs Belshazzar, sinniert über die Vergänglichkeit des Menschen und seiner begrenzten Macht. Bereits seit geraumer Zeit verbindet sie ein Vertrauensverhältnis mit dem jüdischen Propheten Daniel, der mitsamt seinem Volk in Babylon gefangen gehalten wird. Er gibt ihr den Rat, sich seinem Gott anzuvertrauen.

Vor den Toren Babylons lagert der persische Prinz Cyrus mit seinen Truppen. An seiner Seite kämpft der Babylonier Gobrias, der zu den Persern überlief, nachdem Belshazzar seinen Sohn hatte ermorden lassen. Cyrus hat von dem babylonischen Fluss Euphrat und dessen Austrocknung geträumt und fasst einen Plan, wie er Babylon einnehmen kann: Er will während eines Volksfestes den Fluss umleiten und sich durch das trockene Flussbett in die Stadt schleichen. Währenddessen erwarten die gefangenen Juden in Babylon den Moment ihrer Befreiung.

König Belshazzar bereitet das Sesach-Fest vor, das traditionell mit Ausschweifungen und Alkoholrausch einhergeht. Um die Juden zu provozieren, gibt er den Befehl, dabei die aus dem Tempel in Jerusalem geraubten Trinkschalen zu verwenden. Die Juden warnen ihn, und auch Nitocris ermahnt ihren Sohn. Er gerät mit seiner Mutter in Streit, ob der jüdischen oder der babylonischen Religion der Vorzug zu geben sei. Die Juden prophezeien Belshazzar, dass ihn die Rache ihres Gottes ereilen werde.

2. Akt Cyrus ist es inzwischen gelungen, den Euphrat umzuleiten, und er begibt sich mit seinen Truppen in die Stadt. Dort wird inzwischen ausgelassen gefeiert, und Belshazzar lässt sich zu einer Lästerung des jüdischen Gottes hinreißen. Da erscheint wie von unsichtbarer Hand geschrieben ein Flammenzeichen an der Palastmauer. Einzig Daniel gelingt es, die mysteriösen Symbole zu lesen und zu deuten. Die Inschrift lautet „Mene, Mene, Tekel Upharsin“: Gott habe Belshazzars Tage gezählt, der König sei gewogen und für zu leicht befunden worden, und sein Reich werde von den Persern übernommen. Daraufhin fleht Nitocris ihren Sohn ein weiteres Mal an, sich endlich zum Judentum zu bekehren und seinen Lebenswandel aufzugeben. Daniel bezweifelt, dass Belshazzar dazu in der Lage ist. Und tatsächlich befiehlt der König, das rauschende Fest fortzusetzen.

3. Akt Vor dem Angriff auf die Stadt betet Cyrus zu seinem Gott. Er beschließt, die Babylonier zu verschonen und einzig König Belshazzar zu töten. Nitocris hofft währenddessen noch immer auf eine Umbesinnung ihres Sohnes.

Cyrus tötet Belshazzar im Kampf und proklamiert den Frieden in Babylon. Nitocris ergibt sich dem neuen Herrscher und betrauert ihren Sohn, worauf Cyrus ihr versichert, dass sie und ihr Volk nichts zu befürchten haben und er selbst wie ein Sohn für sie sein wolle.

Daniel erklärt Cyrus, dass er gemäß der Weissagungen von jüdischen Propheten der Auserwählte sei, der die Juden vom Joch der Babylonier befreit. Cyrus verspricht, die Juden freizulassen und überdies den Tempel von Jerusalem neu zu bauen.