Im Zeit-Raum: Judith Mangelsdorf
Wann
Mo, 01.06.2026, 18:30 Uhr
Ort
ORF RadioKulturhaus
Argentinierstraße 30a
1040 WIEN
Österreich
zum Routenplaner
Kategoriegruppe
Sonstiges Event
Manchmal reißt das Leben Wunden, die keiner wollte. Manchmal erfahren wir Belastungen, die uns lange Zeit niederdrücken. Und doch erzählen viele Menschen – manche erst nach vielen Jahren – dass aus ihrem Schmerz neue Kräfte entstanden sind: Klarheit, Vertrauen, Verbundenheit, Mut und sogar Dankbarkeit.
Woher kommt dieses Wachstum? Wie verändern Krisen und Traumata unser Selbstbild, die Beziehungen und den Blick auf die Welt? Und was hilft Menschen wirklich, damit sie das Leid nicht nur überleben, sondern Sinn und ein neuer Lebensweg entstehen kann?
Die Psychologin Judith Mangelsdorf, eine ausgewiesene Expertin für posttraumatisches Wachstum, zeigt: Ein Trauma allein macht niemanden automatisch stärker. Aber in der aktiven Bewältigung, im Verstehen, im Getragen-Werden und in der Neuorientierung können Menschen Ressourcen entdecken, die vorher unsichtbar waren.
An diesem Abend fragen wir gemeinsam: Wie verändert Trauma unsere Werte und Prioritäten? Was bedeutet posttraumatisches Wachstum wirklich? Wie verändern Krisen unsere Sicht auf Glück? Warum werden Beziehungen oft ehrlicher und verbindlicher? Welche Rolle spielen Liebe, Zugehörigkeit und Dankbarkeit im Heilungsprozess? Wie kann persönliches Leid zu persönlichem Wachstum führen und zu mehr Mitgefühl in der Gesellschaft beitragen? Der Abend lädt auf dem Hintergrund von Forschungsergebnissen dazu ein, eigene Lebenserfahrungen neu zu reflektieren und tiefer zu verstehen – für alle, die selbst schwierige Zeiten kennen oder andere darin begleiten.
Judith Mangelsdorf ist Professorin für Positive Psychologie an der Hochschule für Sport und Gesundheit. Sie forscht im Bereich des Persönlichkeitswachstums nach einschneidenden Lebensereignissen und Krisen. Dabei geht sie der Frage nach, ob menschliches Wachstum das Erleben von Leid voraussetzt. Mangelsdorf vertritt die Grundannahme, dass die Wachstumserfahrungen nach positiven und negativen Lebensereignissen vergleichbar sind und eher Ausdruck der Persönlichkeit als der Erfahrung selbst. Mangelsdorf leitet die Deutsche Gesellschaft für Positive Psychologie (DGPP).

