Taggenbrunner Festspiele 2021 - About Brahms

Wann

Fr, 22.10.2021, 19:30 Uhr


Ort

Burg Taggenbrunn
Taggenbrunn 11
9300 ST. VEIT AN DER GLAN
Österreich
zum Routenplaner

Friedrich Kleinhapl, Cello
Andreas Woyke, Klavier
Julia Stemberger und Johannes Silberschneider

Konzert & Lesung
Zwiegespräch zwischen Johannes Brahms und seiner Haushälterin Celestine Truxa
Text: Heidrun Maya Hagn

Als eine Verehrerin Johannes Brahms fragt: „Denken sie immer lange nach, bevor sie komponieren?“ erwidert er: „Gnädigste, denken sie immer lange nach, bevor sie fragen?“ So kennt man ihn, Brahms: bärbeißig, ironisch und übel gelaunt, ein Misanthrop.

Doch immer wieder stellt sich uns die Frage: woher kommt die leuchtende Kraft in seiner Musik, die Sensibilität, die Tiefe? Und plötzlich taucht Frau Truxa auf, seine Haushälterin. Sie hat ihn zehn Jahre lang täglich umsorgt, seine Gefühle, Freuden und Ängste unmittelbarer erlebt als jeder andere. Besser als jeder andere, weiß sie, wer sich hinter der misanthropischen Maske wirklich verbirgt. Brahms und Frau Truxa, denen die renommierten Schauspieler Julia Stemberger und Wolfram Berger, Gestalt geben, unterhalten sich in diesem Dialog über ihr „gemeinsames“ Leben. Schritt für Schritt tritt der Mensch Johannes Brahms hervor und das Genie, dem Robert Schumann die Bürde der Beethoven Nachfolge auferlegt hat, in den Hintergrund.

Über den österreichisch-belgischen Cellisten Friedrich Kleinhapl schwärmt die New York Times ebenso wie Valery Gergiev oder die russische Komponistin Sofia Gubaidulina. Friedrich Kleinhapl lässt mit seiner Expressivität beim Spielen die Funken sprühen, höchst leidenschaftlich und höchst individuell. Sein Klang und sein Stil sind unverwechselbar, kompromisslos risikobereit, um Musik in jedem Moment neu entstehen zu lassen. Er konzertiert als Solist und Kammermusiker in zahlreichen großen Konzerthäusern in Europa, Nord- Mittel- und Südamerika bis China und Japan. Friedrich Kleinhapl hat bisher 15 CDs eingespielt und bei zahlreichen CD Produktionen mitgewirkt. Viele Aufnahmen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Der Zusammenarbeit mit seinem Duo-Partner am Klavier, Andreas Woyke, kommt große Bedeutung zu. Zusammen mit seiner Frau Heidrun Maya Hagn entwickelt Friedrich Kleinhapl kontinuierlich neue Kunstprojekte. Gemeinsam mit Andreas Woyke gründeten sie 2015 den Verein „Get a Hearing“ zur Unterstützung hörgeminderter Kinder.

Johannes Silberschneider geboren 1958 in der Steiermark studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst am Max Reinhardt-Seminar in Wien. Theaterengagements führten ihn u.a. nach Zürich, Hamburg, München, Berlin und Graz. Seit 2013 stand er als Armer Nachbar und von 2017 bis 2018 als Glaube in der Jedermann-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne. 2018 und 2019 feiert er Erfolge mit „Josef und Maria“, Regie Alexander Kubelka und „Jacobowsky und der Oberst“, Regie Janusz Kica, im Theater in der Josefstadt Wien. Seine internationale Film- und Fernsehkarriere begann Johannes Silberschneider 1981 mit Axel Cortis Fernsehfilm TV-Trilogie „Wohin und zurück. Es folgten über 60 weitere Fernsehrollen. An der Seite von Ben Kingsley drehte er „Anne Frank – The whole Story“ (2001). Mit Laetitia Casta stand er in „Luisa Sanfelice“ der Gebrüder Taviani (2004) vor der Kamera. In „La niña de tus ojos“ (Fernando Trueba) war er an der Seite von Penelope Cruz zu sehen und 2015 in Francois Ozons „Frantz“. Unter der Regie von Harald Sicheritz spielte er in „Zwölfeläuten“ (2000) „11er Haus“ (2004), 2011 in „Rommel“ (Niki Stein), 2012 „Alles Schwindel“ in der Regie von Wolfgang Murnberger, „Vier Frauen und ein Todesfall“, Regie Andreas Kopriva (2016); „Liebe, Geld, Macht – Maximilian I“, Regie Manfred Corrine (2016); Küss die Hand, Krüger, Regie Marc-Andreas Bochert (2017), „Blind ermittelt“ (2017), Regie Jano Ben Chaabane, „Ein Dorf wehrt sich“ (2018), Regie Gabriela Zerhau und „Der Fall der Gerti B.“, Regie Sascha Bigler. In bester Erinnerung ist auch sein Sandler Rudi in der österreichischen Krimi-Kult-Reihe "Trautmann". Johannes Silberschneider ist in zahlreichen Kinofilmen präsent. Im preisgekrönten Film „Charms Zwischenfälle“ (1996) von Michael Kreihsl übernahm er die Hauptrolle. Es folgten u. a. „Männerpension“ (Detlev Buck), „Das Schloss“ (Michael Haneke). Als Gustav Mahler ist er zu sehen im Kinofilm „Mahler auf der Couch“ von Percy und Felix Adlon (2009), als Hans Moser in „Jud Süß“ von Oskar Roehler (2009) sowie in „Hirngespinster“ von Christian Bach und „Bad Fucking“ von Harald Sicheritz (beide 2013). In den Filmen nach der Roman-Trilogie „Rubinrot“ (2012), „Saphirblau“ (2013) und „Smaragdgrün“ (2015), Regie Felix Fuchssteiner, wie auch in „Das ewige Leben“ von Wolfgang Murnberger (2014) nach den Brenner-Büchern von Wolf Haas gibt Johannes Silberschneider den unterschiedlichsten Charakteren eine unverwechselbare Gestalt. Johannes Silberschneider wurde mehrfach für den österreichischen Theaterpreis Nestroy nominiert. 2012 ehrte ihn die Diagonale mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur. 2014 wird ihm der „Großen Josef-Krainer-Preis in Würdigung seiner Verdienste im Bereich Schauspiel zuerkannt.

Musik: Sätze aus Cellosonaten von Johannes Brahms