Lamm Gottes

Wann

Sa, 04.04.2020


Ort

Saal (Schauspielhaus)
Erzabt-Klotz-Straße
5020 SALZBURG
Österreich
zum Routenplaner


Kategoriegruppe

Kultur

Alle Veranstaltungstermine

Fr03.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Sa04.04.202019:00 UhrLamm Gottes
Mo06.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Do09.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Sa11.04.202019:00 UhrLamm Gottes
Di14.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Mi15.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Fr17.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Sa18.04.202019:00 UhrLamm Gottes
Mo20.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Di21.04.202019:30 UhrLamm Gottes
Mi22.04.202019:30 UhrLamm Gottes

von Michael Köhlmeier

Regie: Augustin Jagg
Ausstattung: Ragna Heiny

Stück


Michael Köhlmeier erschafft ein theatrales Triptychon um das archaische und christliche Motiv des Opfertieres und dessen Inkorporation. Der erste Teil wird als Märchen erzählt: Ein Hochzeitspaar feiert, zur Festgesellschaft kommt ein Fremder hinzu. Braut und Bräutigam laden den Unbekannten ein, er nimmt auch gerne an der Tafel Platz und isst mit großem Appetit. Doch als das Fest dem Ende zugeht, gibt sich der Mann zu erkennen – es ist niemand anderes als der Tod, der den Bräutigam holen will. Die verzweifelte Braut bettelt und fleht, er möge ihren frisch Angetrauten verschonen. Der Tod schlägt ihr vor, direkt mit Gott, seinem Auftraggeber, zu verhandeln, oder sich an den Teufel zu wenden – der Teufel, stets zu einem Handel bereit, stellt sie vor die Wahl: Der Mann stirbt entweder hier und jetzt, oder das Paar kann ein langes und glückliches Leben zusammen verbringen – dafür fährt am Ende die Seele des Ehemannes zur Hölle, denn „Leben aufzehren“, das will der Teufel.

Im zweiten Teil diskutieren zwei Katzen über den Sinn des Lebens; darüber, wie es entsteht und endet. Dabei kommen sie zu der ebenso komischen wie tiefsinnigen Erkenntnis, dass Leben und Tod eins sind – vereint im Akt von Fressen und Gefressenwerden.

Der dritte Teil ist eine Bearbeitung eines satirischen Textes von Jonathan Swift von 1729, in dem dieser vorschlägt, die Plage der unteren Stände zu lösen, indem man die Kinder armer Leute von Geburt an mästet, um sie dann den Reichen als Speise zu verkaufen.

Eingebaut in einen liturgischen Rahmen, zitieren die drei Bilder in ihrer Darstellung des rauschhaften Verzehrens den Dionysos-Kult, der eine Wurzel des christlichen „Lamm-Gottes-Mythos“ bildet: „Wenn ihr nicht esst das Fleisch des Menschensohnes und nicht trinkt sein Blut, habt ihr kein Leben in Euch.” Johannes 6,53